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Globetrotter Challenge Luhmühlen

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In Luhmühlen (Niedersachsen), dem Mekka des deutschen Vielseitigkeitssports, fand am zweiten Juli-Wochenende die Probeveranstaltung zur Distanz-DM 2012 statt. Dass dies finanziell und organisatorisch möglich wurde, war unter anderem dem Hauptsponsor Globetrotter und der engagierten Organisatorin Wiebke Angelbeck zu danken, jedoch auch weiteren Sponsoren, die da waren: Krämer, RoFlexs, eQuentum, hufkratzer.de, UVEX, CASCO, Tajara Horseware, Masterhorse, Endurance Manufaktur, Ströh, Nösenberger, Futterhaus Eckernförde und Okapi. Nicht zu vergessen das international bewährte Zeitnahmesystem von Harald Grinschgl, das seit dieser Saison mit modernen Transpondern anstelle von Magnetstreifen-Karten funktioniert, und eine große Helferschar, die im Einsatz war, um die „Challenge“ ins Rollen zu bringen.

Mit 90 Startern auf Streckenlängen von 48 bis 116 Kilometern war der Ritt gut ausgebucht. Leider hatten sich nur drei Nennungen für den längsten Wettbewerb gefunden, bei dem dann auch noch eine Teilnehmerin das Pech hatte, in der Voruntersuchung auszuscheiden. Die beiden verbliebenen, Anita Scheele mit Zer Nabiah und Frauke Ströver mit SK Mayah, ritten den Wettbewerb mit 10 km/h in 11:34:00 auf Ankommen nach Hause. Anita Scheeles Araberstute, die in der Nachuntersuchung recht müde ausgesehen hatte, regenerierte über Nacht so gut, dass ihr schließlich auch noch der Konditionspreis zugesprochen wurde.

18 Teilnehmer gingen über 90 Kilometer an den Start, von denen fünf den Ritt bei Kilometer 68 in der Wertung beendeten, neun Starter blieben über die gesamte Streckenlänge in der Wertung. Bis zum letzten Gate hatte Michaela Kosel mit ihrem Araberwallach MK Shirkan in Führung gelegen, diese dann aber auf der Schlussrunde an My Magic el Bailado unter Peter Baumann abgegeben. Er kam mit dem achtjährigen Araberwallach in 06:37:00 h (13,6 km/h) schließlich gut eine halbe Stunde vor Michaela Kosel (12,6 km/h) ins Ziel. Dritte wurde Hannah Reininghaus mit Bernhard Dornsiepens Nico in 07:22:00 h (12,2 km/h). Mit stolzen 20 Jahren war der einst international erfolgreiche Reitpony-Wallach das älteste Pferd im gesamten Wettbewerb. Sein Besitzer hatte den siebenjährigen Nachwuchs Don’t Touch in derselben Prüfung vorgestellt und mit 14,65 km/h als Schnellster nach 68 Kilometern in der Wertung beendet.

Den 80-Kilometer-MDR bestritten neun Reiter, sechs Pferde bestanden am Ende die Nachuntersuchung. Gewonnen wurde der Ritt in 05:57:00 (13,4 km/h) von Nicole Gatermann mit ihrem Vollblutaraber Hishaam, auf Platz zwei Ritt Miriam Hirte mit E.A. Jilfan el Shaklan in 06:39:00 (12 km/h). Den dritten Platz teilten sich Mutter und Sohn Nonnenmacher in 06:54:00 (11,6 km/h). Der siebenjährigen Stute JG Narma von Bettina Nonnenmacher hatte der Ritt als Qualifikation gedient, während Marvin Nonnenmacher im Sattel des 14jährgen Reitpony-Wallachs Marun gesessen hatte.

Ganze 37 Teilnehmer gingen im MDR über 61 km per Massenstart auf die Reise, 23 beendeten den Ritt in der Wertung. Nachdem Julia Bauereiß mit ihrem Schützling Lena Engel bereits eine bequeme Führung ausgebaut hatte, wurde es kurz vor Schluss noch einmal eng, als die Führenden sich verritten und das Verfolgerpaar, bestehend aus Janina Oeding-Rose und Heike Rüdiger bis auf wenige Sekunden heran kamen. Wieder auf Kurs, gaben Julia Bauereiß und Lena Engel schließlich noch einmal Gas und siegten mit den polnisch gezogenen Araberwallachen Catalano (8j.) und Aragon (6j.) in 04:08:00 h (14,8 km/h) vier Minuten vor Janina Oeding-Rose mit Sas Bint Kalila und Heike Rüdiger mit Shetana, die ihrerseits auch nur eine Minute vor den beiden Schwestern von Knobelsdorff, Nicola und Lara, mit Sarameh und Päuling Dix lagen. Den Best Condition Award vergaben die Tierärzte an Sas Bint Kalila.

Der 48-Kilometer-Ritt wurde in 04:29:00 (10,7 km/h) von Nicole Florin mit der Traberstute Chamarni vor den drei Zweitplatzierten Ilka Garbers mit Medea, Fabian Pohl mit Patti’s Veni Vidi Vici und Regina Semrock mit Felix gewonnen.

Die gepflegte Anlage in Luhmühlen sollte der Deutschen Meisterschaft 2012 einen würdigen Rahmen geben. Zwei Wochen vor der Vielseitigkeits-Europameisterschaft war das Platzangebot in diesem Jahr teilweise noch etwas beengt; eine andere räumliche Aufteilung für Vetgate, Crewing Area, Pausenpaddocks und Zieleinlauf wurde für 2012 jedoch schon angedacht und zugesichert. Einig waren sich die Reiter über die ganz hervorragende Markierung, die trotz der teilweise etwas hakeligen Streckenführung schlüssig und gut sichtbar war. Im kommenden Jahr sollen die Runden dann auch noch flüssiger zu reiten sein. Nicht umsonst war dies schließlich eine Testveranstaltung die Aufschluss über Machbarkeit und Verbesserungsmöglichkeiten geben sollte. Perfekt waren schon in diesem Jahr Ambiente und professionelle Organisation. Die Ehrenpreise waren in ihrer Attraktivität bereits einer echten Deutschen Meisterschaft angemessen.

Mit knapp 29 % (die in der Eliminations-List errechneten 33 % täuschen, denn sie schließen diejenigen mit ein, die den 90ger Ritt bei 68 km in der Wertung beendet haben) hielt sich die Ausfallquote durchaus im Rahmen. Jedoch sollte, wer in der Nächsten Saison zum Kampf um den Titelgewinn antritt, die tiefen Sandböden nicht unterschätzen.

Eine attraktive berittene Siegerehrung rundete das gelungene Event ab, bei dem glücklicherweise auch das Wetter mitgespielt und nur die letzten Langstrecken-Reiter mit einer kräftigen Dusche abgekühlt hatte.

Miriam Lewin













Fotos: Julia Brüssow