Langstreckenreiten

Wer noch nie an einem langen Distanzritt teilgenommen hat, weiß nicht wie es sich anfühlt nach Bewältigung der Strecke über die Ziellinie zu reiten und anschließend die Nachuntersuchung zu bestehen. Es ist ein Gefühl wie auf Wolke 7 – alles andere auf dieser Welt wird plötzlich unwichtig. Ein Gefühl etwas Besonderes zusammen mit deinem Pferd erreicht zu haben. Ein Gefühl, das dich nicht mehr loslässt und nachdem du süchtig wirst.

Es ist ein langer Weg bis zum Start auf einen 100 Meiler, und ein noch längerer bis zum Erreichen der Ziellinie nach 160km – er kostet viel Zeit und Energie. Wenn du dies zudem noch mit einem Pferd erreichst, das du selbst aufgebaut hast tanzen die Glücksgefühle in deinem Bauch und in deinem Kopf Samba – was gibt es noch Schöneres? Dann weißt du: Der lange Weg lohnt sich!

Es ist DAS was unseren Distanzsport ausmacht: ein Pferd langsam Schritt für Schritt aufzubauen, so dass es Jahr für Jahr besser wird und wir gemeinsam lange Spaß und Erfolg mit diesem einen Pferd haben. Und die Glücksgefühle werden immer wieder tanzen! Egal ob wir uns für die Mehrtagesritte entscheiden oder für einen LDR, der nur über einen Tag ausgetragen wird.

Ein Wochenende auf der Couch haben wir schnell vergessen, die Bewältigung eines LDR´s vergessen wir nie.

Lass dich auf diesen langen Weg ein – und unabhängig von den Glücksgefühlen nach Überschreiten der Ziellinie beschert er dir unglaublich viele schöne Momente mit deinem Pferdepartner. Denn auch hier gilt: der Weg ist das Ziel.

Du hast Interesse? Der VDD bietet immer wieder verschiedenste Seminare für die verschiedensten Zielgruppen an. In diesen kannst du von dem Wissen erfahrener Langstreckenreiter profitieren – und auch hier wertvolle Kontakte knüpfen!

Kaderstruktur im Distanzreiten

Die Reitsportdisziplinen Dressur, Springen und, Vielseitigkeit werden von der Deutschen Reiterlichen Vereinigung (FN) in einem Kadersystem gefördert, welches an die Vorgaben des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) angelehnt ist. Die Zuständigkeit für den Spitzensport und Nachwuchsleistungssport liegt innerhalb der FN beim Deutschen Olympiade Komitee für Reiterei (DOKR).“1 Vorläufer des DOKR war das 1902 gegründete „Komitee für die Kämpfe zu Pferde“ bei den olympischen Spielen zu Berlin 2016“. 1949 kommt es zur Neugründung des DOKR, seit 1952 ist es ein eingetragener Verein.
Die deutschen Sportverbände sind im Deutschen olympische Sportbund (DOSB) zusammengeschlossen, in welchem die FN die Sportart Reiten mit den verschiedenen Disziplinen vertritt. Auf internationaler Ebene sind die olympischen Reitsportdisziplinen Dressur, Springen, Vielseitigkeit (sowie der Paralympische Bereich) und die Nichtolympischen Disziplinen Distanz, Fahren, Voltigieren in der Federation Equestre Internationale (FEI) zusammengefasst.2 Die FN ist seit 1927 Mitglied in der FEI, welche pro Nation nur einen zuständigen Verband anerkennt.
Dementsprechend ist eine Zusammenarbeit für den internationalen Bereich zwischen VDD und FN/DOKR beispielsweise Voraussetzung für eine Championatsteilnahme.
Bis 1996 wurden die Championatsteilnehmer zwar über die FN genannt, die Auswahl der Reiter und Pferde sowie die Organisation der Beschickung lag in den Händen des VDD. Dieser bestimmte auch die Mannschaftsführung, zu der Mannschaftstierarzt, Equipechef und in einigen Jahren auch Trainer gehörten. 1996 wurde als Pilotprojekt ein VDD/FN Disziplinbeirat unter Vorsitz von Hans Endtmann ins Leben gerufen, welcher von 1998 bis Ende 2001 bei der FN als Fachbeirat weitergeführt wurde.
Im Distanzreiten hat das DOKR nach der Pilotprojektphase bei der FN 2002 die Zuständigkeit für den internationalen Spitzensport vom VDD übernommen, zu diesem Zweck wurde ein Disziplinbeirat ins Leben gerufen. Dieser Beirat besteht aus einem von den Reitern gewählten Vorsitzenden, zwei Reitervertretern, zwei weitere Mitglieder, einem von der Bundesjugendleitung entsandten Mitglied und sofern eingesetzt Bundestrainer und Kadertierarzt und hat eine wesentliche Aufgabe in dem Vorschlag zur Berufung der Kader und für die Nominierung für Championate. Die Entscheidungshoheit liegt beim „Vorstand Sport von DOKR und FN. In seiner letzten der drei Amtsperioden war der Beiratsvorsitzende Horst Müller auch Mitglied dieses Gremiums. Nach drei vierjährigen Amtsperioden wurde 2014 kein Disziplinbeirat mehr berufen.
Das DOKR beschränkt sich in seiner Zuständigkeit auf die Topspitze und wählt Reiter und Pferde für die Teilnahme an offiziellen internationalen Prüfungen und Championaten aus. Während es in den anderen Disziplinen Bundestrainer und auch Nachwuchstrainer gibt wurden für den Distanzsport 2006-2008 Bernhard Dornsiepen jun., nach dessen Rücktritt 2008-2009 Hansjörg Bendiner, 2011-2013 Jean Louis Leclerc und danach Georg Ording (bis 2014) berufen. 2010 gelang es mit einem Auswahlverfahren auf der Basis eines „Sportkonzeptes“ bei den Weltreiterspielen in Kentucky die Mannschaftsbronzemedaille zu gewinnen.
„Der Dachverband der Distanzreiter – der VDD – ringt sich 2008 sogar zu einer Satzungsänderung durch, womit die Aufgaben des Distanzspitzensports offiziell dem DOKR übertragen werden.“3
§2, Ziffer 3 der Satzung des VDD: Die Wahrnehmung der Aufgaben des internationalen Spitzendistanzsports wird dem Deutschen Olympiade Komitee für Reiterei (DOKR) übertragen. Dies sind insbesondere: Aufstellung und Betreuung der Spitzensportler (Kader); Berufung und Lenkung der Bundestrainer; Planung und Durchführung des Trainings für Kaderreiter; Vorbereitung auf internationale Wettkämpfe höherer Klassen, internationale Championate und internationale Meisterschaften; Durchführung der Registrierung für die Teilnahme an internationalen Wettkämpfen; Berufung der Mitglieder des DOKR-Disziplinbeirates Distanzreiten; Organisatorische Durchführung der Teilnahme an vorgenannten Wettbewerben.
Der Bereich unterhalb der Championatskader und Perspektivkader Senioren und Junioren/Junge Reiter wird vom DOKR nicht bearbeitet.
Der VDD beruft unterhalb der dem DOKR vorbehaltenen Kader auf drei Leistungsebenen eigene Kader. Die VDD-Kader 1, die VDD-Kader 2 und die VDD-Regionalkader. Die Landesverbände der FN haben 2020 nur in einem Fall Landeskader berufen. Die Ebene der Landeskader und der VDD-Regionalkader ist ungefähr gleichwertig.
Die Kaderberufungen in die VDD-Kader erfolgen auf Grundlage der Kaderkriterien durch den VDD.

Kaderkriterien des VDD

Die Kaderkriterien dienen als Richtlinie für die Bildung der Kader. Die Kriterien für die Kaderberufungen werden -soweit erforderlich- überarbeitet und bei Änderungen entsprechend veröffentlicht.
Änderungen in der Zusammensetzung der VDD- Kader können aufgrund neuer Erkenntnisse zu jeder Zeit vorgenommen werden. In begründeten Ausnahmefällen ist es dem VDD vorbehalten, Berufungen auch dann vorzunehmen, wenn die Kriterien nicht erfüllt sind, oder Berufungen abzulehnen, bzw. zu widerrufen, wenn die Kriterien erfüllt sind. Als begründeter Ausnahmefall für eine Berufung kommt insbesondere eine besondere (herausragende) Leistungsperspektive in Betracht. Eine Ablehnung oder ein Widerruf als begründeter Ausnahmefall sind insbesondere eine nach FEI- Reglement oder LPO oder VDD-Reglement ausgesprochene Ordnungsmaßnahme, ein Verstoß gegen die Grundsätze des Tierschutzes, ein Verstoß gegen die Leitlinien für Ethik und Tierschutz im Distanzsport oder des Ansehens des Pferdesports. Kaderausschlüsse aus den oben genannten Gründen werden durch den VDD ausgesprochen.
Nur Mitglieder des VDD können in die VDD-Kader aufgenommen werden. Es ist davon auszugehen, dass nicht mehr als jeweils 25 Reiter in den VDD-Kadern 1 u. 2 Senioren und Junioren aufgenommen werden. In alle Regionalkader zusammen können jährlich bis 75 Reiter-Pferd-Paare aufgenommen werden, so dass maximal 150 Sportler in den VDD-Regionalkadern sind. Bei einer größeren Bewerberzahl sind zusätzliche Kriterien neben den Erfolgen für die Auswahl heranzuziehen. Diese zusätzlichen Kriterien sollen möglichst objektiv nachprüfbar sein.
Das Kriterium Rittgeschwindigkeit ist dabei beispielsweise mit Streckenschwierigkeit in Relation zu setzen. Die Entscheidung verantwortet das Präsidium auf Grundlage der Empfehlung eines zu berufenden FBR-Kader. In diesem Fachbeirat sollten die Fachbeiräte Ausbildung, Sport und der VDD-Jugendausschuss personell vertreten sein.
Da der VDD zurzeit weder die organisatorischen Möglichkeiten, noch die Finanzmittel und auch nicht geeignete Trainer in ausreichender Anzahl hat, um auf den unteren Ebenen flächendeckend eine Sichtung der Reiter nach Entwicklungs- und Leistungsperspektive durchzuführen, werden die objektiv zu beobachtenden Erfolge zur Kaderbesetzung herangezogen. Langfristig ist es anzustreben, diese Situation zu verändern.
Die Aufnahme in einen VDD-Kader erfolgt auf Antrag, die Verweildauer ist das Jahr der Qualifikation und das nächste Kalenderjahr. Das gleiche Reiter-Pferd-Paar kann sich requalifizieren. Eine Verweildauer von mehr als 3 Jahren zuzügl. dem Jahr der ersten Qualifizierung in einem Kader der gleichen Altersklasse ist ausgeschlossen. Ist nach dieser Zeit keine Aufnahme in einen höheren Kader erfolgt, so muss der Kader verlassen werden. Ausnahmen sind Reiter-Pferd-Paare die im VDD-Kader 1 sind und an int. Championaten teilgenommen oder eine Deutsche Meisterschaft gewonnen haben.
Die Förderung erfolgt durch bevorzugten Zugang (Teilnahmemöglichkeit und Preisreduktion) zu VDD- Hochleistungssportlehrgängen. Die Teilnahme ist nicht auf den nächstgelegenen Stützpunkt beschränkt.

Die Aufnahme in den VDD-Kader 1 für Senioren/Reiter (älter als 21 Jahre) kann beantragt werden, wenn das Pferd-Reiter-Paar alle Qualifikationsanforderungen der FEI für die Teilnahme an einer Europameisterschaft erfüllt oder maximal ein Qualifikationsritt fehlt

Die Aufnahme in den VDD-Kader 2 für Senioren/Reiter (älter als 21 Jahre) kann beantragt werden, wenn das Pferd-Reiter-Paar sich für CEI*** qualifiziert hat oder einen nationalen 100-Meilen-Ritt in der Wertung beendet hat.
Die Aufnahme in den VDD Regionalkader kann beantragt werden, wenn

  • Der Reiter die VDD-Qualistufe 3 erreicht hat und das Reiter-Pferd-Paar einen Ritt über 100 km/Tag in der Wertung beendet hat.
    oder
  • Sowohl Reiter als auch Pferd für CEI* qualifiziert sind.
    oder
  • Das Reiter-Pferd-Paar bei einem VDD-Regionalchampionat an 1. bis 3. Stelle platziert ist und einen Ritt über mindestens 100km/Tag in der Wertung beendet hat.

Die Aufnahme in den VDD-Kader 1 für Junioren und Junge Reiter (U21) kann beantragt werden, wenn das Pferd-Reiter-Paar alle Qualifikationsanforderungen der FEI für die Teilnahme an einer Europameisterschaft erfüllt oder maximal ein Qualifikationsritt fehlt

Die Aufnahme in den VDD-Kader 2 für Junioren und Junge Reiter kann beantragt werden

  • für 18-21 jährige Reiter, wenn das Reiter-Pferd-Paar für CEI** qualifiziert ist oder einen Ritt über 120 km/tag in der Wertung beendet haben
  • für 16- oder 17 jährige Reiter, wenn das Reiter-Pferd-Paar einen Ritt über mindestens 80 km und ein LDR erfolgreich in der Wertung absolviert haben
  • für 14- oder 15 jährige Reiter, wenn das Reiter-Pferd-Paar einen Ritt über mindestens 80 km erfolgreich in der Wertung absolviert haben.

Die Aufnahme in den VDD-Regionalkader für Junioren und Junge Reiter kann beantragt werden

  • für 18-21 jährige Reiter, wenn der Reiter die VDD-Qualistufe 2 erreicht hat und das Pferd Reiter-Paar einen Ritt über mindestens 80 km erfolgreich in der Wertung absolviert hat
  • für 16- oder 17 jährige Reiter, wenn das Reiter-Pferd-Paar zwei MDR erfolgreich in der Wertung absolviert haben
  • für 14- oder 15 jährige Reiter, wenn das Reiter-Pferd-Paar einen MDR erfolgreich in der Wertung absolviert hat.

 

Landeskader und Landesfördergruppen

Sofern die Landesverbände der FN dazu bereit sind, können Landeskader eingerichtet werden. Die Landeskader sollten sich an den für Regionalkader aufgestellten Qualifikationskriterien orientieren und eine besondere Förderung 6der Distanzreiter in diesem Landesverband ermöglichen. Unterhalb der Regional/Landeskader können in interessierten Landesverbänden Landesfördergruppen eingerichtet werden. Die Bildung von Landeskadern, Landesfördergruppen und die Landeskaderkriterien und Kaderbestimmungen sowie die Berufung von Landestrainern müssen vom VDD genehmigt werden. Die Genehmigung erfolgt durch das VDD-Präsidium nach Empfehlung des FBR-Kaders und nach Anhörung der zuständigen VDD-Regionalbeauftragten.

 

Kadertierärzte

Der VDD beruft 3-6 pferdeerfahrene und Distanz-erfahrene Tierärzte zu Kadertierärzten. Die Kadertierärzte stehen den Kaderreitern gegen Gebühr für Gesundheitschecks ihrer Pferde und für Beratungen bezüglich ADMR zur Verfügung.8 Bei einzelnen VDD Hochleistungssportlehrgängen können Gesundheitschecks und Beratungen durch die Kadertierärzte integriert werden. Kadertierärzte sollen mindestens FEI „Permitted Treating Veterinarian“(PTV) sein, besser noch FEI „Endurance Official Veterinarian“ (EOV) oder „Endurance Veterinary Treatment Officials“ (EVT) sein.
Förderung der Kadermitglieder durch den VDD
Die Förderung der Mitglieder der VDD-Kader, VDD Jugend und Regionalkader erfolgt durch bevorzugte Teilnahme und Zuschüsse zu den Teilnahmegebühren bei VDD Hochleistungssportlehrgängen. Außerdem erhalten die Mitglieder der VDD Kader 1 und 2 (Senioren/Reiter und Junioren/junge Reiter) ein VDD-Poloshirt mit speziellem Emblem „VDD-Kader“ sowie weitere Aufnäher mit diesem Emblem.