Tierschutz

Tierschutz im Distanzsport

Der Distanzsport ist eine Pferdesportdisziplin, die den natürlichen Fähigkeiten des Pferdes als Ausdauerathlet entgegen kommt. Regelmäßiges Training hält das Pferd körperlich fit und beugt typischen Zivilisationskrankheiten vor. Das Reiten oder Fahren auf vielfältigen Strecken im Gelände ist wohl die Möglichkeit der Beschäftigung des domestizierten Pferdes, die seinen natürlichen Neigungen als ursprünglicher Steppenbewohner am meisten entgegen kommt. Schließlich ist Erfolg im Distanzsport nur möglich, wenn Pferd und Mensch ein Team bilden, wo beide sich verstehen und vertrauen. Hierzu muss der Reiter oder Fahrer sein Pferd besonders gut kennen lernen und systematisch aufbauen, um idealerweise später viele Jahre gemeinsam unterwegs zu sein.

Im Distanzsport wie in kaum einem anderen Reitsport ein großes Augenmerk auf den Tierschutz gelegt. Erstes und wichtigstes Ziel eines jeden Distanzsportlers ist das Absolvieren der Strecke mit einem fitten Pferd.  Der Partner Pferd soll vor Überforderung und gesundheitlichen Schäden geschützt werden. Im Mittelpunkt stehen die strengen Tierarztkontrollen vor, während und nach jedem Wettkampf. Das Pferd bleibt nur  dann im Wettbewerb, wenn es nach Beurteilung des Tierarztes die vor ihm liegende Strecke, im Ziel mindestens weitere 20 km, sofort ohne Schaden zu erleiden oder Schmerzen zu ertragen zurücklegen kann. Bei jeder Untersuchung wird zuerst der Puls des Pferdes gemessen. Bei einem fitten und gesunden Pferd fällt der Puls auch nach Anstrengung in weniger als 20 Minuten auf unter 64 Schläge pro Minute. Anschließend wird das Pferd vorgetrabt, um mögliche Lahmheiten oder Taktunreinheiten zu erkennen. Es werden Rücken, Beine, Sattel- und Gurtlage sowie die Hufe untersucht, Verletzungen oder Satteldruck führen beispielsweise zum Ausschluss. Schließlich werden der metabolische Zustand, Herz und Atmung kontrolliert, um mögliche Überforderung oder Dehydrierung so frühzeitig zu erkennen, dass dem Pferd kein Schaden zugefügt wird. Einen Distanzwettbewerb kann also nur erfolgreich abschließen, wessen Pferd alle Tierarztkontrollen und insbesondere die Nachuntersuchung nach Zieleinlauf ohne Beanstandungen besteht. Preise werden nicht nur für die schnellste Zeit, sondern mit dem Konditionspreis auch an das Pferd vergeben, das in den tierärztlichen Untersuchungen besonders überzeugte.

Gute Kenntnisse rund ums Reiten oder Fahren, zur Traininigslehre und Pferdegesundheit sind aktiver Tierschutz. Der VDD bietet Distanzreitern und Fahrern daher verschiedene Einführungslehrgänge und Fortbildungen an, um das Wissen das nötig ist, langfristig gesund und erfolgreich auf der Strecke unterwegs zu sein, zu vermitteln. Im Reglement für Distanzreiter und -fahrer des VDD ist darüber hinaus festgelegt, welche Nachweise Reiter zu erbringen haben, wenn sie mehr als nur kurze Distanzritte reiten wollen. Damit soll sichergestellt werden, dass die Reiter über ein bestimmtes Mindestmaß an Erfahrung verfügen, bevor sie sich an längere Strecken wagen.

Die deutschen Distanzreiter haben schließlich die Leitlinien für Ethik und Tierschutz im Distanzsport  in Reglement und Satzung des VDD verankert. Hiermit  verschreiben sich die Distanzreiter – und Fahrer unter dem Motto „Alle Reiter – alle Pferde“ der Förderung pferdegerechter Leistungen im Distanzsport und verpflichten sich dazu einen in allen Facetten fairen Sport zu betreiben. Jedes Mitglied und jeder Teilnehmer, Offizieller oder Helfer auf VDD-Veranstaltungen ist verantwortlich, die Leitlinien für Ethik und Tierschutz einzuhalten und aktiv mit Leben zu füllen. Der VDD stellt damit auf seinen Veranstaltungen aktiv einen fairen und pferdegerechten Distanzsport sicher. Verstöße gegen die Leitlinien, wie beispielsweise Doping, Korruption und vorsätzliches Reiten über die Möglichkeiten des Pferdes hinaus lehnen wir strikt ab und engagieren uns gegen besorgniserregende Fehlentwicklungen im Distanzsport.