Rittbericht durch die Lüneburger Heide

Rittbericht
Durch die Lüneburger Heide 20.09.2025

Abenteuerlust steckt in jedem Distanzreiter, daher sind Erstveranstaltungen immer damit verbunden und machen neugierig. Wie wird der Padockplatz sein, wie die Rittstrecken, gibt es die Möglichkeit zur Verpflegung durch den Veranstalter und im September kann das Wetter auch schon mal herbstlich sein. Eine Teilnehmerbegrenzung von 25 Reitern mit Begleitung also ca.75 Personen verrieten eine übersichtliche Veranstaltung. Leider haben sich dann von der maximalen genannten Teilnehmerzahl nur 13 Reiter für den Ritt entschieden, was schade war, da es eine Warteliste gab und die nichtstartenden Reiter z. T. erst so spät abgesagt haben, so dass andere nicht mehr über einen Startplatz informiert werden konnten. Was für die angereisten Reiter, in den Rittlängen von 61km, 85km, 104km und 123km kleine Starterfelder zur Folge hatte. Das Wetter zeigte sich hervorragend bei sommerlichen Temperaturen.
Ungünstig erschien die Lage der Veranstaltung in Hörpel sehr nahe an der A7. Die Anfahrt zur Veranstaltung war dadurch allerdings perfekt und gut zu erreichen ohne noch lange durch kleine Orte mit vielen Kurven schaukeln zu müssen. Die Anlage des Ortes, ein öffentlicher Grillplatz mit angrenzender Wiese bot für eine Distanzveranstaltung alles was man sich wünscht, es entstand keine Hektik beim Aufbau der Padocks sehr schön eingebunden in der Landschaft mit kleinen Waldstücken, so dass man meinen könnte es sei keine Autobahn in der Nähe, sondern mit etwas Phantasie ein Meeresrauschen zu hören. Kurze Wege zur Meldestelle auf dem Grillplatz, der großzügig überdacht war, rundeten den Standort ab. Also selbst bei schlechtem Wetter hervorragend geeignet für die Vorbesprechung und ein Kennenlernen oder den Austausch mit begeisterten Pferdsportlern. Auf einer separaten Wiese war das Vetgate mit guten Bedingungen vom Boden und Platzverhältnissen eingerichtet.


Bei der Vorbesprechung, die zwar spät aber pünktlich begann, gab es Grund zum Schmunzeln, da ein Teil der Rittstrecke an einem Nacktwanderweg entlangführen sollte. Wir waren gespannt. Die Verpflegung, die für 22 € Gesamtpreis für die gesamten Tage angeboten wurde, war hervorragend durch die Veranstalter gesponsert, so könnte man meinen. Speziell am Samstagabend, da es mehr an ein großes Buffet erinnerte und noch dazu eine Bar mit Cocktails angeboten wurde und jeder über eine kleine Spende freiwillig sein Getränk in einer Vertrauenskasse bezahlen konnte.
Am Sonnabend starteten die ersten Reiter über die LDR von 123 km noch in der Dunkelheit, danach gestaltete sich durch die Helligkeit der Start leichter. Gewünscht war nach dem Start im Schritt durch den Ort zu reiten, was der Unruhe, die bei Ritten mit Massenstart, entgegenwirkte. Nachdem wir gleich zu Beginn die A 7 über eine Brücke passieren mussten, einigten sich viele Reiter die Pferde zu führen und danach wieder aufzusitzen, was mehr Sicherheit bot als die Gefahr auf der Dachplane eines LKW s mit nach Hamburg zu reisen. Da die gelbe Runde nicht in Schleifen geritten wurde, war die Rittstreckelänge von 61 km für die Reiter etwas aufregend, somit waren zwei Vetgates auf der Strecke ca. alle 20 km. Das Team hatte diese Besonderheit sehr gut vorbereitet und die Informationen an alle Reiter schon einige Tage vor dem Ritt mit den GPS Daten und dem Lageplan der Veranstaltung per Email zugesandt, so kamen keine Fragen mehr auf und die Anreise gestaltete sich entspannt. In einem Whats App Kanal mit dem Namen: „Distanzritt durch die Lüneburger Heide“ gibt es weitere interessante Informationen sowie Fotos. Weiterhin war die Strecke außerdem hervorragend markiert um Funklöcher im GPS auszugleichen. Somit hatte man das Vergnügen die Landschaft zu genießen und sich nicht zu verreiten. Die gesamte Strecke hatten wir Naturboden und da es in der Lüneburger Heide spezielle Reitwege gab, liefen die Pferde mit großem Vergnügen und großer Gehfreude, trotz alledem war es technisch anspruchsvoll, da auch Wege mit tiefem Sand oder Wurzeln und größeren runden Steinen im Sand, das Tempo regelten. Das erste Streckenvetgate waren großzügig auf einem Waldparkplatz gelegen, so erreichten wir Reiter gutgelaunt unsere Trosser, die ihrerseits entspannt zu Gesprächen über ihre hoffentlich netten Reiter zusammengefunden hatten. Hierbei möchte ich an alle Reiter appellieren ihre Trosser freundlich zu behandeln, auch wenn die Anspannung wegen des eigenen angedachten Zieles, manchmal in einer persönlichen Enttäuschung endet und nicht der Trosser schuldig ist. In einer Dreiergruppe ritten wir Eileen Liehr, Franziska Angermeier und ich weiter zur nächsten Pause. Hier verlangten die Platzverhältnisse gegenseitige Rücksichtnahme, waren aber gut geplant. So kamen alle Reiterinnen sicher im Ziel an, eine Reiterin bildete in der Dunkelheit den Abschluss auch hier zeigte sich die gesamte Gruppe solidarisch und begrüßte die letzte Reiterin mit einem großen Applaus im Ziel.
Eine gelungene Veranstaltung, als erstes Paar bei den 61 km Distanz überritten wir zusammen die Ziellinie, Eileen Liehr mit ihrem Pferd SK Najun und ich mit meiner Marbachstute WM Shezadi. Leider schied ich mit meiner Araberstute nach zwei Stunden bei der Nachuntersuchung aus, hatte sich mein Pferd doch so erschrocken, nachdem wir die Wanderer auf dem Nacktwanderweg gesehen hatten und war es aus diesem Grund fast gestürzt, oder war ich die 13 Reiterin? Der verdiente Sieg ging somit an Eileen Liehr. Großen Dank an die Veranstalter Veronika Grell und Tjorven Wittfoht und die vielen Helfer und auch die Trosser, die mir auf der Strecke einen großen Eimer Wasser für mein Pferd spendierten. Im nächsten Jahr sind wir gerne wieder dabei.
Kerstin Michelmann