Bericht von Lorenz Kneip
Am 21. März 2026 stand für Willy (Fakir Ges) und mich der Saisonauftakt auf der Hasselache Distanz auf dem Programm. Gleichzeitig war es für mich eine kleine Reise in die Vergangenheit, denn mein letzter Start dort lag bereits rund 15 Jahre zurück. Warum ich so lange nicht mehr dort gewesen war, kann ich heute selbst nicht mehr sagen. Umso gespannter war ich darauf, die Veranstaltung erneut zu besuchen.
Das Camp befindet sich auf dem Gelände eines Taubenvereins direkt an der ICE-Strecke bei Mannheim. Die Züge passieren etwa alle 15 Minuten und die Paddocks liegen in unmittelbarer Nähe zu den Gleisen. Dank eines hohen Schutzzauns besteht dabei jederzeit ausreichende Sicherheit. Für manche Pferde mag dies zunächst ungewohnt erscheinen, für mich persönlich ist es jedoch ein echtes Highlight. Wo sonst bekommt man eine so gute Gelegenheit, Pferde an den modernen Bahnverkehr zu gewöhnen und ihre Gelassenheit zu fördern?
Das Wetter meinte es gut mit den Teilnehmern. Für Ende März präsentierte sich der Tag mit viel Sonnenschein und angenehmen Temperaturen von etwa 18 Grad – ideale Bedingungen für einen gelungenen Saisonstart.
Die Strecke beginnt direkt am Camp. Auf allen Loops führt der Weg zunächst entlang der Bahngleise und über eine Brücke hinweg, bevor sich die Landschaft öffnet. Die ersten Kilometer verlaufen durch die typische Agrarlandschaft der Rheinebene. Vorbei an Schnittlauchfeldern, Erdbeerplantagen und den ersten Spargelanlagen des Jahres entsteht ein ganz besonderer Eindruck dieser Region.
Anschließend taucht man in die weitläufigen Wälder neben Bürstadt ein. Hier warten hervorragend zu reitende Wald- und Sandwege, die förmlich dazu einladen, die Pferde laufen zu lassen. Wer ein passendes Tempo anschlagen möchte, findet auf diesen Böden nahezu ideale Bedingungen vor. Gleichzeitig bleibt die Strecke abwechslungsreich und landschaftlich reizvoll.
Trossmöglichkeiten gibt es unterwegs nur wenige. Diese werden jedoch auch kaum benötigt, da die Veranstalter entlang der Strecke und im Camp alles hervorragend organisiert haben. Dadurch eignet sich die Hasselache Distanz auch sehr gut für Reiter, die ohne eigenen Tross unterwegs sein möchten.
Ein weiterer großer Pluspunkt ist die zentrale Pause direkt am Camp. Auch die Vet-Gates waren dank zahlreicher Helfer hervorragend organisiert. Wartezeiten gab es praktisch keine und die tierärztlichen Kontrollen konnten zügig durchgeführt werden.
Für Willy und mich standen 69 Kilometer auf dem Programm. Nach der Winterpause war dies unser erster Distanzritt der Saison 2026. Die Strecke erwies sich dabei als idealer Auftakt. Sie bietet beste Möglichkeiten, die Pferde frei und flott laufen zu lassen, ohne dabei an Übersichtlichkeit einzubüßen. Höhenmeter? Fehlanzeige!
Sportlich verlief der Tag für uns kaum besser. Mit einer Geschwindigkeit von T3,5 konnten Willy und ich, gemeinsam mit Damira und Astrid Kneip, den Ritt für uns entscheiden und damit einen gelungenen Saisonauftakt feiern. Besonders erfreulich war dabei, wie selbstverständlich und motiviert die Pferde in die neue Saison starteten.
Überrascht war ich von der Teilnehmerzahl. Rund 30 Starter waren vor Ort. Aus früheren Jahren hatte ich die Veranstaltung deutlich größer in Erinnerung, teilweise mit über 60 Teilnehmern und entsprechend beengten Platzverhältnissen. Das kleinere Starterfeld hatte jedoch durchaus seine Vorteile. Auf der Strecke und im Camp blieb ausreichend Platz für alle Beteiligten und die entspannte Atmosphäre trug zusätzlich zum positiven Gesamteindruck bei.
Mein Fazit fällt daher eindeutig aus: Die Hasselache Distanz bietet eine hervorragend organisierte Veranstaltung mit abwechslungsreicher Streckenführung, ausgezeichneten Böden und einer entspannten Atmosphäre. Ob als Saisonauftakt, für Reiter ohne Tross oder für Pferde, die mehr Gelassenheit im Umgang mit Verkehr und Zügen lernen sollen – die Veranstaltung hat viel zu bieten.

Willy und Lorenz, Damira und Astrid (Foto: Gerhard Hinz)

Willy und Lorenz (Foto: Gerhard Hinz)

Foto: Gerhard Hinz
